Können wir jetzt schon denken, oder nicht?

Ich an A.:

...Sie gelesen. Zum ersten Mal richtig. In Berlin muss ich andauernd unter einem gewissen Stress sein, oder durch die seltsam süße Not, die Sie in mir erwecken, dass ich, anstatt zu lesen, panisch überlegte, worauf darin ich wie reagieren soll. Ich glaube, das ersetzte die eigentliche Lektüre bei mir lange Zeit. Heidegger sagt ja, wir können noch immer nicht denken, daraus lässt sich ein running Gag mit Heilwirkung basteln. "Und, kannst du heute schon denken?" "Ja, weil gestern habe ich getrunken."

A. zurück:

In der Stabi habe ich mir Herder geholt. Seine Sprachtheorie erinnert mich an Bataille: alles ist kommunikation.
Denken und denken können sind sicherlich 2. Nietzsche nannte, was der Heidegger sagt, glaube ich: wir denken bisher nur mit dem Körper.
Zum gekonnten Denken gehörte bestimmt auch, die richtige Vorbereitung zum Verlassen des Denkens. Z.B. durch Feste. Ich vermute, wenn sowas fehlt, kommt es, an Festes statt, zu [schlimmen Anfällen].
Man kann sich nirgends herausnehmen. Denken macht einsam. Also muß im denken irgendwo diese Vorbereitung stattfinden, es zu verlassen. Vielleicht ist das ganze Denken ja darauf gerichtet, die Einsamkeit zu verlassen. Die Sprache und das Denken sind ja in gewissem Sinn auch 1, und sprache, wie Herder sagt, will, schon bei den Tieren, raus.
Denken und Können? Vielleicht kann das Denken überhaupt nur dazu dienen, etws zu können.
stabigabi3 - 17. Aug, 17:17

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