Faksimile-Aufsätze
Grad wollt ich das Heft zum Steirischen Herbst mit der grauslichen baumleckenden Altmännerzunge drauf wegschmeißen, da entdeckte ich eine tolle Seite darin. Anstelle eines Essays waren seine Bestandteile abfotografiert: eine Seite in einer Erzählung mit eingeringeltem Zitat, eine Skizze der daran anknüpfenden ---nun, was denn? Es war nicht bloß ein Gedanke, sondern seine Formulierung war bereits auf eine geisteswissenschaftliche Publikation ausgerichtet, also durchwachsen mit Palaver, Diskursivem Reden - und noch ein anderer Entwurf.
Man würde nun denken, dass es besser wäre, zu überlegen, was man zu sagen hat, und das im geeignetsten Medium dann möglichst knapp, lesbar und angemessen zu veröffentlichen. Also mit Computer geschrieben, um Versatilität und Veränderbarkeit zu gewährleisten, und das lesende Auge nicht durch Handschrift und mehrere ungeschickte Ansätze sowie die Oberfläche eines verstaubten Schreibtisches zu irritieren.
Aber genau das erfrischte.
Ich denke, die Perfektionierung des Schreiboutputvorgangs durch Word ist ideal, wenn man weiß, wonach man sich richtet. Um aber diese gewohnte, leidige Schicht von Palaverismus auseinanderzubrechen und rauszufinden, in welchem Arbeitsschritt er eigentlich sich in den Gedanken mischt, ist die Publikation einer Arbeit in dieser Form, sofern sie durchdacht und nicht exzessiv gehandhabt wird, ein geeignetes Mittel. Man wird nämlich bei der Auswahl der Fragmente, die man teilweise wird neu schreiben müssen, scharf überlegen müssen, durch welchen Parcours an Nachvollzug der Leserin geholfen, sie mit ästhetischen Freuden erfrischt, und nicht etwa durch meine zur Schau gestellte Unentschlossenheit ermüdet ist. Die Regeln können nicht streng genug sein: Keine freiassoziativen Sprünge, wo die Autorin selbst zu zerstreut ist, um rauszufinden, warum ihr eine Assoziation wertvoll erscheint; die Beziehung der Teile zueinander muss zu mindestens 70 Prozent benennbar sein.
Wahrscheinlich sollte ich den Titel dieses Beitrags zur Sicherheit in die Einzahl verwandeln: Der Faksimile-Aufsatz.
Man würde nun denken, dass es besser wäre, zu überlegen, was man zu sagen hat, und das im geeignetsten Medium dann möglichst knapp, lesbar und angemessen zu veröffentlichen. Also mit Computer geschrieben, um Versatilität und Veränderbarkeit zu gewährleisten, und das lesende Auge nicht durch Handschrift und mehrere ungeschickte Ansätze sowie die Oberfläche eines verstaubten Schreibtisches zu irritieren.
Aber genau das erfrischte.
Ich denke, die Perfektionierung des Schreiboutputvorgangs durch Word ist ideal, wenn man weiß, wonach man sich richtet. Um aber diese gewohnte, leidige Schicht von Palaverismus auseinanderzubrechen und rauszufinden, in welchem Arbeitsschritt er eigentlich sich in den Gedanken mischt, ist die Publikation einer Arbeit in dieser Form, sofern sie durchdacht und nicht exzessiv gehandhabt wird, ein geeignetes Mittel. Man wird nämlich bei der Auswahl der Fragmente, die man teilweise wird neu schreiben müssen, scharf überlegen müssen, durch welchen Parcours an Nachvollzug der Leserin geholfen, sie mit ästhetischen Freuden erfrischt, und nicht etwa durch meine zur Schau gestellte Unentschlossenheit ermüdet ist. Die Regeln können nicht streng genug sein: Keine freiassoziativen Sprünge, wo die Autorin selbst zu zerstreut ist, um rauszufinden, warum ihr eine Assoziation wertvoll erscheint; die Beziehung der Teile zueinander muss zu mindestens 70 Prozent benennbar sein.
Wahrscheinlich sollte ich den Titel dieses Beitrags zur Sicherheit in die Einzahl verwandeln: Der Faksimile-Aufsatz.
stabigabi1 - 8. Okt, 15:15